Jugend-Pilgerreise nach Rom
Rom – wo der Schrittzähler fast kollabiert
Sechs Jugendliche, zwei Jugendseelsorgende, eine Begleitperson – und ein durchaus ambitioniertes Ziel: Rom in fünf Tagen nicht nur zu sehen, sondern intensiv zu erleben, und das grösstenteils zu Fuss. Gesagt, getan.
Von Montag bis Freitag (13.–17. April) machte sich unsere kleine, gut gelaunte Reisegruppe mit dem Zug auf den Weg in die ewige Stadt. Dank überraschend reibungsloser Verbindungen begann das Abenteuer angenehm entspannt – mit angeregten Gesprächen, geselligen Spielen und der leisen Vorahnung, dass unsere Schrittzähler schon bald an ihre Grenzen kommen würden.
Der erste Abend führte uns hinauf zum Monte Pincio, wo sich uns ein wunderbarer Blick über Rom zu Füssen eröffnete, bevor wir noch einen Abstecher zur Spanischen Treppe machten und den Tag stimmungsvoll ausklingen liessen.
Am nächsten Tag starteten wir mit dem Besuch der ersten drei von insgesamt sieben Pilgerkirchen – denn eines unserer grossen Ziele war es, alle sieben innerhalb dieser Tage zu erreichen. Und tatsächlich: Wir haben es geschafft. Zu Fuss. Fast immer jedenfalls. Dazwischen blieb genügend Zeit, um an einigen der berühmtesten Orte Roms vorbeizuschlendern – vom Kolosseum über den Palatin und das Forum Romanum bis hin zum Kapitol und der Piazza Navona. Die Tagesbilanz konnte sich sehen lassen: rund 19’000 Schritte und die klare Erkenntnis, dass ein Gelato durchaus als wirksame Motivationshilfe durchgeht.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen des Petersdoms, inklusive der nicht ganz unanstrengenden Kuppelbesteigung. Hoch hinaus ging es – und glücklicherweise auch wieder sicher hinunter. Wer die letzten Stufen kennt, weiss: Das ist keine Selbstverständlichkeit. Der anschliessende Hunger war entsprechend verdient. Am Nachmittag trotzten wir einem Regenschauer auf der Engelsburg, bevor wir den Tag im lebendigen Trastevere ausklingen liessen, wo uns eine berührende Abendandacht bei der Gemeinschaft Sant’Egidio mit persönlichen Begegnungen besonders in Erinnerung bleiben wird.
Der Donnerstag begann früh – sehr früh – mit einer Messe im Vatikan. Nach einem stärkenden Frühstück nahmen wir die letzten Pilgerkirchen in Angriff, bevor uns am Nachmittag eine spannende Führung durch die Katakomben San Callisto erwartete. Geduld war anschliessend beim berühmten Schlüssellochblick gefragt: 80 Minuten Anstehen für wenige Sekunden Aussicht – die sozialen Medien lassen grüssen. Wir entschieden uns ganz bewusst dagegen, diesen Trend mitzumachen, und betrachteten das Ganze eher mit einem Schmunzeln.
Zum Abschluss genossen wir ein gemeinsames Abendessen in der Nähe des Trevibrunnens – und können erleichtert festhalten, dass niemand von uns im Brunnen gelandet ist.
Am Freitagmorgen folgte noch ein besonderer Höhepunkt mit einer Führung bei der Schweizergarde, die uns von einem jungen, bestens informierten Gardisten auf sympathische Weise nähergebracht wurde. Nach dem Mittagessen hiess es schliesslich Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Im Gepäck: unzählige Eindrücke, neues Wissen und erstaunlich wenige Blasen an den Füssen.
Kurz vor Mitternacht wurden wir am Bahnhof herzlich von unseren Liebsten empfangen. Die Jugendlichen bedankten sich bei den Begleitpersonen mit einem liebevoll gestalteten Kärtchen und stilechten römischen Espressotässchen. Unser Fazit: müde, glücklich und um viele wertvolle Erfahrungen reicher. Rom – wir kommen wieder.
