Nach der Pensionierung von Daniel Kyburz haben wir in unserem Pastoralraum etwas gewagt, was eigentlich nicht vorgesehen ist: wir haben die Leitung in einem Dreier-Team wahrgenommen. Und wir haben damit gute Erfahrungen gemacht: die vielen Aufgaben konnten je nach persönlichen Fähigkeiten und zeitlichen Möglichkeiten auf mehrere Personen verteilt werden, und bei wichtigen Entscheidungen war der vorherige Austausch sehr hilfreich.
Auch nach dem Weggang von Stefan Essig wollten wir an der Form der Teamleitung festhalten. Nach Abschluss meines Zusatzstudiums sollte ich dann zum 1. Juli formal die Leitung übernehmen. Mit der Forderung der Bistumsverantwortlichen, am üblichen Weg festzuhalten und die Beauftragung erst nach erfolgter zweijähriger «Berufseinführung» wurde diese Hoffnung fragwürdig.
Im Dezember habe ich meine Entscheidung gegen die Berufseinführung gefällt und gleichzeitig mitgeteilt, dass ich meine Leitungsaufgaben zum Ende von Sabine Tscherners Beauftragung zur «Gemeindeleitung ad interim» am 30. Juni 2026 abgeben werde, falls bis zu diesem Zeitpunkt keine passende Lösung gefunden werden könnte.
Nachdem es kurzzeitig Hoffnung gab, mit einem pensionierten Gemeindeleiter als Überbrückungslösung für 2 - 3 Jahre zu schaffen, stehen wir jetzt wieder am Anfang.
Deshalb habe ich dem Zweckverband und den Verantwortlichen des Bistums mitgeteilt, dass ich an meiner Entscheidung festhalten möchte. Dieser Schritt erschien mir notwendig, um meine Enttäuschung zu verarbeiten. Trotz gegenteiliger Beteuerung, «PEP to go» und Synodalität werden keine neuen Wege gesucht werden und nicht nach den Charismen einer Person geschaut, sondern immer stehen die althergebrachten, einheitlichen Strukturen im Vordergrund.
Man könnte es ironisch so zusammenfassen : «Besser gar keine Lösung als eine, die sich seit Jahren bewährt hat!» Auf Bitte des Bistums hat Sabine Tscherner sich bereit erklärt, die Pastoralraumleitung ad Interim bis auf Weiteres fortzuführen. So bleibt unser Pastoralraum auch in Zukunft arbeitsfähig.
Mir ist bewusst, dass es am einfachsten gewesen wäre, das bestehende Leitungsmodell einfach fortzuführen. Aber ich hoffe auf Verständnis für meine Entscheidung. Und ich werde Sabine Tscherner und unsere Leitungsassistentinnen Daniela Kalt und Käthi Graf auch weiterhin nach meinen Möglichkeiten mit Rat und Tat unterstützen.
Ich bedanke mich bei diesen drei Personen und beim gesamten Seelsorgeteam für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in dieser sehr anspruchsvollen Zeit und beim Zweckverband für das Vertrauen und die Möglichkeit, meine Kompetenzen durch ein Ergänzungsstudium zu erweitern. Ich freue mich, dass ich künftig wieder mehr Zeit für meine Aufgaben als Jugendseelsorger und Katechese-Verantwortlicher habe und hoffe, dass sich bald schon eine dauerhafte Nachfolgelösung für die Pastoralraum-Leitung finden wird.
Thomas Scheibel