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2017 Firmkurs und Firmung

"Trinkt!" Firmung in Leuggern und Kleindöttingen 19./20. März 2017

Mit besonderen Tönen und viel Wasser empfingen in Kleindöttingen und Leuggern am vergangenen Wochenende 28 Jugendliche das Sakrament der Firmung

Zum 10. Mal kam Weihbischof Denis Theurillat nach Leuggern und Kleindöttingen, um 28 jungen Christinnen und Christen das Sakrament der Firmung zu spenden. Entsprechend festlich erklang die Orgel am Samstagnachmittag, als er zusammen mit Pfarrer Stefan Essig, Ministrantinnen und Ministranten und den 15 Firmandinnen und Firmanden mit ihren Firmpatinnen und –paten in die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Leuggern einzog. Doch schon nach wenigen Sekunden zeigte sich an der Musik, dass diese Firmfeier kein gewöhnlicher Gottesdienst sein sollte. Die Band EPHATHA aus Waldshut übernahm mit Flöte, Saxophon, Schlagzeug und „Boomwhackers“ (klingende Plastikröhren) vom Organisten Markus Florian. Es entstand ein musikalischer Dialog, der durch verschiedene musikalische Epochen und Stile zu einem gemeinsamen Finale von Orgel und Band führte, in dem der Heilige Geist fast spürbar wurde.

Jugendseelsorger Thomas Scheibel, der dieses Stück als „Geschenk“ zu diesem Festtag komponiert hatte, begrüsste daraufhin die Jugendlichen. Anhand eines Puzzles, an dem in den letzten Monaten der Firmvorbereitung immer wieder weiter gepuzzelt worden war, in dem aber immer noch einige Teile fehlten, erläuterte er, dass es mit dem Glauben ganz ähnlich sei: man müsse ein Leben lang Puzzleteile suchen und finden und schauen, wie sie in den schon vorhandenen Rahmen passen. So seien Taufe, Erstkommunion, Religionsunterricht u.s.w. einzelne Puzzleteile auf dem Lebensweg der Jugendlichen, dem mit der Firmung ein weiteres grosses Teil hinzugefügt wird. Er schloss seine Begrüssung mit dem Wunsch, dass die jungen Christinnen und Christen auch weiterhin viele solche Teile finden und in ihr Glaubens-Puzzle einbauen könnten. Dann kamen die Jugendlichen selbst zu Wort und begrüssten ihrerseits ihre Familien, den Weihbischof und alle Mitfeiernden.

Gott ist die Quelle des Lebens

Die Schriftlesungen des 3. Fastensonntages gaben auch den roten Faden vor: es drehte sich alles ums Wasser. So war es zwar einerseits schade, dass es beim Ein- und Auszug am Samstagnachmittag in Strömen regnete, andererseits folgte damit aber auch das Wetter ganz den inhaltlichen Vorgaben. In der Lesung aus dem Alten Testament wurde berichtet, wie Mose mitten in der Wüste auf Gottes Befehl hin aus einem Stein eine Quelle hervorsprudeln ließ. Nach dem Antwortgesang nach Psalm 36 („Der Herr ist die Quelle des Lebens“) hörten die Mitfeiernden aus dem Evangelium nach Johannes das Gespräch von Jesus mit der Samaritanerin am Jakobsbrunnen.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum Weihbischof Denis Theurillat die Jugendlichen in seiner Predigt zum Trinken aufforderte – „Mit Massen natürlich!“, schränkte er schmunzelnd ein. Wir sollen nicht nur unseren Durst löschen, sondern wir sollen auch vom „Wasser des Lebens“ trinken, das uns von Gott geschenkt wird. Mit einer Stelle aus dem Römerbrief verdeutlichte er, was damit gemeint sein kann: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist“. Fast könnte man meinen, Severin Stutz, einer der Firmanden in Kleindöttingen, hätte diesen Vergleich zwischen dem Heiligen Geist und dem „Wasser des Lebens“ vorausgeahnt. Auf der Titelseite des Liedheftes hatte er die „Dreifaltigkeit“ als Springbrunnen gezeichnet, bei der anstelle von Wasser eine Taube, das Symbol für den Heiligen Geist, hervorsprudelt. Weihbischof Denis Theurillat rief alle Mitfeiernden dazu auf, den Durst nach Glauben, Liebe und Hoffnung in sich zu spüren und immer wieder zu stillen.

Es braucht Worte und Taten

Der Bischof erinnerte auch daran, dass in vielen Ländern der Welt derzeit eine grosse Dürre herrsche und Wasser das kostbarste Gut sei, während es für uns selbstverständlich sei, dass wir unseren Durst jederzeit löschen könnten. So passte es gut, dass die Projekte, denen das Opfer der beiden Firmgottes­dienste zukommen sollte, ebenfalls mit Wasser zu tun haben. In Leuggern berichtete Stefan Essig vom erfolgreichen Projekt der Pfarrei und der Weltgruppe Leuggern in Indien, wo schon mehrere tausend Familien mit einfachen Wasserfiltern und so mit sauberem Trinkwasser ausgestattet werden konnten. In Kleindöttingen berichteten zwei junge Frauen, Jessica Cartafalsa und Kira La Rosa, von ihrer Reise nach Zimbabwe. In dem Land, das ebenfalls sehr unter dem fehlenden Wasser leidet, begleiten die Antoniuspfarrei und die Weltgruppe Kleindöttingen schon seit vielen Jahren ein Kinderheim in Gweru, das schon vielen Kindern und Jugendlichen ein neues Zuhause, eine gute Ernährung und Ausbildung ermöglichte.

Die Firmandinnen und Firmanden erklärten kurz vor ihrer Firmung eindrucksvoll in einem ganz eigenen Satz, was ihnen an ihrem Glauben wichtig ist. Danach beantworteten sie im Firmversprechen die Fragen des Bischofs. Beispielsweise erklärten sie sich bereit, ihre Fähigkeiten auch für Arme, Kranke und benachteiligte Menschen einzusetzen und so das Vorbild Jesu nachzuahmen und zu mehr Gerechtigkeit und Frieden beizutragen. Die einzelnen Fragen und das Glaubensbekenntnis, das nun von allen gemeinsam gebetet wurde, waren zentrale Themen in den Firmgruppentreffen der letzten Wochen und Monate. Nach dem Gebet des Bischofs um den Heiligen Geist und einem weiteren Lied folgte der Höhepunkt der Feier. Zur Firmspendung traten die jungen Frauen und Männer zusammen mit ihrer Patin oder ihrem Paten vor den Bischof, der ihnen die Hand auflegte und sie mit dem Chrisamöl salbte und sich auch jeweils noch Zeit für einige persönliche Worte nahm. Gemeindeleiterin Christina Burger, Pfarrer Stefan Essig und Katechetin Claudia Rüegsegger gratulierten den Neugefirmten und überreichten ihnen neben ihrer Firmurkunde als Geschenk eine Bibel mit persönlicher Widmung.

Viel Anlass zum Danken

Am Ende beider Firmgottesdienste hatten alle Beteiligten noch Grund zum Danken: Die Neugefirmten bedankten sich bei Weihbischof Denis Theurillat nicht nur mit Worten, sondern auch mit einer Collage, die von Sakristanin, Firmgruppenbegleiterin und Künstlerin Richette Mathis angefertigt worden war und einigen Flaschen Wein, für die jede Firmgruppe ein Etikett gestaltet hatte. Der Bischof meinte schmunzelnd, dass er sich natürlich auch über solches „Wasser“ freue. Er bedankte sich herzlich, auch bei allen, die bei der Vorbereitung der Jugendlichen auf die Firmung und bei Vorbereitung und Gestaltung der Firmgottesdienste mitgeholfen hatten. Und entsprechend der Bitte im Schlusslied „Bleibe bei uns, o Gott“ erbat er den Segen Gottes, bevor er die Feier mit einem letzten Wunsch an die Neugefirmten und ihre Familien beendete.

Sowohl in Kleindöttingen als auch in Leuggern waren nach dem Gottesdienst alle noch zum Apéro im Pfarreisaal eingeladen. Viele Gläubige nutzten diese Gelegenheit, auf die Neu­gefirmten anzustossen und ein paar Worte mit dem Weihbischof zu wechseln und diese stimmungsvolle und festliche Feier ausklingen zu lassen.

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