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Kinder-Entwicklungs-Zentrum Pratheeksha

Kinder-Entwicklungs-Zentrum Pratheeksha

Neues Projekt – neues Ziel
Anlässlich der Indienreise im Januar/Februar 2017 wurde unter anderem das Pushpagiri Medical College Spital in Thiruvalla besucht. Es ist eines der führenden Spitäler im südindischen Bundesstaat Kerala. Das Einzugsgebiet umfasst vier Bezirke mit ca. 9 Millionen Einwohnern. 1200 Spitalbetten und 210 medizinisch Angestellte müssen dafür ausreichen. Für Schweizer Verhältnisse undenkbar!

Das Kinder-Entwicklungs-Zentrum «Pratheeksha», übersetzt „Hoffnung“, wurde im April 2014 in zwei bescheidenen Räumen des Spitals eingerichtet. Die Mission von Pratheeksa ist, jedes Kind zu befähigen mit den Herausforderungen des Lebens gut leben zu können.

Ganzheitliche Behandlung
Das Zentrum nimmt sich auch der ganzheitlichen Behandlung von Krankheiten wie Cerebral-Lähmung, Kinder-Epilepsie, Autismus, Lernstörungen, Aufmerksamkeitsprobleme, Hyperaktivität, Down Syndrom, genetische und Stoffwechsel-Störungen, Wahrnehmungsprobleme und vielen mehr an.

 

 

 

 

Früherkennung wichtig!

Die Forschungen im Gebiet der kindlichen Entwicklung haben ergeben, dass menschliches Lernen und die Entwicklung in den ersten Lebensjahren am schnellsten voranschreitet. Der Zeitpunkt von Eingriffen wird besonders wichtig, wenn bei einem Kind das Risiko besteht, die Möglichkeit zu Lernen zu verpassen.

Durch die Früherkennung ist es möglich, die passenden Massnahmen einzuleiten, um so das maximale Potential zu erreichen. Leider gibt es in Kerala nur zwei von der Regierung geführte Zentren für Früherkennung kindlicher Entwicklungsstörungen. Diese Zentren befinden sich in städtischen Gegenden und für die ärmeren Bewohner auf dem Lande sind sie schwer erreichbar. Fehlendes Bewusstsein, finanzielle Situationen und Transportprobleme vergrösserten die Dringlichkeit in Thiruvalla dieses Kinder-Entwicklungs-Zentrum zu eröffnen.

Mit der richtigen Therapie kann viel erreicht werden

Immer mehr Eltern erfahren, dass ihren Kindern geholfen werden kann

Zahl der hilfesuchenden Eltern steigt stetig
Die Zahl der Eltern, die ins Pratheeksa kommen, nimmt stetig zu. Die finanziellen Anforderungen um das voll ausgelastete Kinder-Förderungs-Zentrum zu führen, sind hoch und sind eine grosse Last. Der Grossteil der Leute, die das Spital für Behandlungen aufsuchen sind arme Menschen, die nicht viel für die Behandlung und Therapien bezahlen können. Mit Hilfe der Erzdiözese behandelt das Spital jetzt schon viele Arme kostenlos. Eine finanzielle Unterstützung ist notwendig, um den Betrieb und eine Erweiterung des Zentrums, vor allem bei wiederkehrenden Kosten, Einführungen von neuen Therapie-Programmen, Diagnosegeräten und die Anstellung und Ausbildung von neuen Therapeuten, realisieren zu können.

Bewusstseins-Prozess kommt in Gang
Auch wenn die ständig wachsende Anzahl hilfesuchender Eltern eine riesige Anforderung darstellt, lässt dieser traurige Zustand doch Hoffnung zu. Denn die Anzahl Therapie bedürftiger Kinder ist nicht erst in den letzten Jahren gestiegen. Nein, es ist vielmehr so, dass heute die Eltern erfahren, dass ihrem Kind mit Therapien geholfen werden kann. Immer mehr Kinder werden nicht mehr vor der Öffentlichkeit versteckt oder in Heime abgeschoben. Dieser Bewusstseins-Prozess kommt jetzt langsam in Gang.

Hilfe soll für alle möglich sein

Die Behandlungsleistungen sollen hauptsächlich den Kindern mit besonderen Bedürfnissen zukommen, die bei ihren Familien leben. Diese Familien, insbesondere die Mütter, müssen dafür ein grosses Engagement auf sich nehmen, ist der Weg ins Prateeksha doch oft mehrere Meilen weit. Es kommt oft vor, dass Mutter und Kind es nicht pünktlich zum vereinbarten Termin schaffen und so leider aus dem Behandlungsprogramm fallen. Es gibt daher Pläne für eine nahe Unterkunftsmöglichkeit während der intensiven Phasen der Behandlung. 
Für körperbehinderte Kinder im Umkreis von 30 km soll ein regelmässiger Transport-Dienst zur Verfügung stehen, da die Anreise in öffentlichen Verkehrsmitteln einerseits mühsam ist und andererseits unnötige Aufmerksamkeit mit sich bringt, was zu weiteren Qualen und Belästigungen für die kleinen Patienten und auch für die Eltern darstellt.

Ziele und wie wir helfen können

Ziele des Pratheeksha

Die Hauptziele des Zentrums sind Erkennung, Diagnose und Frühbehandlung, um Behinderungen zu verhindern. Seit der Eröffnung 2014 wurden ca. 4050 Kinder mit speziellen Bedürfnissen behandelt. Ungefähr 900 Kinder besuchen jeden Monat das Zentrum und ca. 50 Kinder kommen täglich für unterschiedliche Behandlungen von nah und fern. Die Anzahl von ausgebildeten Therapeuten stieg von anfänglich 5 auf nun 13 Personen und für die Zukunft werden dringend noch mehr gebraucht. Das heutige Kernteam besteht aus Frühbehandlungs-Spezialisten, Entwicklungs-Kinderärzten, Therapeuten und unterstützendem Personal. Mehrere Anlagen zur Therapie sind bereits vorhanden: Entwicklungs-, Physio-, Sprach- und audiovisuelle Therapie. Die Behandlungen werden bei Notwendigkeit zu speziellen Konditionen oder sogar komplett kostenlos angeboten – je nach den finanziellen Verhältnissen der Familie.

Das weitere Ziel von Prateeksha ist, die Angebote von Spezialschulen, Heimen und Rehabilitationszentren zu verbessern. Diesen lokalen Zentren mangelt es an passenden Therapeuten, Geräten und Führung. Prateeksha hofft sie unterstützen zu können, indem ein Spezialisten-Team von Prateeksha die erforderlichen Ausbildungen anbieten kann. Gleichzeitig soll in den Dörfern nach Therapiebedürftigen Kindern «gesucht» und die Eltern darüber aufgeklärt werden, wie ihren Kindern durch eine gezielte Behandlung eine ganz andere Lebensweise für die Zukunft geschenkt werden kann.

Dabei möchten wir helfen:

  • Beschaffung von Physiotherapie-Geräten und Hilfsmittel wie Gehhilfen, Gestelle und elektronische Hilfsmittel
  • Errichtung eines Behandlungsraumes für sensorische Integrationstherapie autistischer Kinder
  • Schaffung eines Schulraumes für Kinder mit Lernstörungen
  • Kostenlose Verpflegungsmöglichkeit für die ärmsten Kinder und Familien
  • Beschaffung eines Fahrzeuges mit mindestens 10-12 Sitzplätzen zur Beförderung von Therapiebedürftigen zum und vom Prateeksha
  • Zusammenarbeit mit bestehenden, von Hilfswerken geführten Zentren zur gegenseitigen, professionellen Unterstützung
  • Programme zur Information von Eltern durch eingeladene Experten
  • Start eines Ausbildungsprogrammes für qualifizierte Fachkräfte
  • Werbung/Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Dienste von Prateeksha, damit die betroffenen Kinder die richtige und zeitgerechte Hilfe bekommen.

 

Projektvolumen:         SFR. 25'000.—pro Jahr

Projektdauer:             5 Jahre

Ziel für 2018:     Kauf eines Kleinbusses für 10-12 Personen, Marke Force Tempo, mit Fahrer-Gehalt und Verbrauchs- und Unkosten-Beitrag

Das Pushpagiri Medical College Spital in Thiruvalla, Kerala, Südindien

1959 gründete seine Exzellenz Zacharias Mar Athanasios, der dritte Bischof von Kerala, das Pushpagiri Spital in Thiruvalla. Mit seinen damals acht Betten diente es vor allem den Bedürfnissen von Frauen und Kindern. Es entwickelte sich unter privater Leitung und im Besitze der Erzdiözese von Thiruvalla zu einem führenden Spital im südindischen Bundesstaat Kerala. Heute zählt es 1200 Betten und ist seit 2002 als Institut für Aus- und Weiterbildung für Studenten offiziell anerkannt. Neue medizinische Untersuchungsmethoden und moderne Geräte, wie MRI, CT-Scan, Dialyse-Station, Physiotherapie-Zentrum, eine Rund um die Uhr-Blutbank und ein Schmerz- und Palliative-Zentrum machen die Diagnose genauer und die Behandlung einfacher.

Das Pushpagiri Spital (PMCH) in Thiruvalla ist eines der führenden Spitäler in Kerala. Es ist ein wohltätiges Missionsspital. 210 qualifizierte und erfahrene medizinische Angestellte des Spitals bieten bestmögliche medizinische Dienstleistungen.

Das PMCH wird durch einen Verwaltungsrat, eingetragen im Verzeichnis der Travanchore Cochin Literarary, Scientific and Charitable Societes Act 1955 unter der Registrationsnummer P73/92, geführt. Erzbischof Dr. Thomas Mar Koorilos ist der Schirmherr der Gesellschaft. Pfarrer Dr. Shaji Mathews Vazhayil ist der Geschäftsführer und führt das Team im Tagesgeschäft.

Das Einzugsgebiet des Spitals mit 1200 Betten umfasst hauptsächlich die Bezirke Pathanamthitta, Alappuzha, Idukki und Kottayam. Hier leben ca. 9 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Das Kantonsspital Baden bietet 372 Betten für sein Einzugsgebiet mit ca. 300'000 Menschen. Dies entspricht einem Wert von 806 Menschen pro Spitalbett in Baden, gegenüber 7500 Menschen pro Spitalbett in Thiruvalla.

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